Örtliches Siedlungswerk

Schulhaus mit Armenhäusern der Gemeinde (Blick vom Kirchturm) Bild links: während des Krieges - Kinder am Kirchenbuckel

Notgemeinschaft Hettingen“
- Vorläufer der Baugenossenschaft „Neue Heimat“, heute „Familienheim“.


In weiser Voraussicht auf die zu erwartende Flüchtlingswelle, die nach dem verloren Krieg auf Deutschland zurollte, gründete Pfarrer Magnani im September 1945 die „Notgemeinschaft Hettingen”. Darin waren Gemeinde, Kirche und Caritas, Kolpingsfamilie, die katholischen Jugendgemeinschaften und die örtlichen Vereine zusammengefasst. Die Aufgabe der Notgemeinschaft Hettingen bestand darin, das bevorstehende Problem der Flüchtlinge und Heimatvertriebenen zu bewältigen, die in großer Zahl auf die Gemeinde zukamen.

Neben der Einrichtung einer Nähstube im Schwesternhaus, wo allwöchentlich Hettinger Mädchen und Frauen unter Anleitung der Nähschul-Schwester Eugende aus alten Uniformen und Stoffen aufgegebener Armeedepots -weiß der liebe Gott, von wo Pfarrer Magnani das Material überall herbeischaffte Kleidung und Wäschestücke fertigten, wurde für die zu erwartenden Flüchtlinge und Heimatvertriebenen eine Großküche eingerichtet. Alle ohne eigenen Herd konnten hier eine warme Mahlzeit bekommen. Die Lebensmittel stifteten zum größten Teil die Hettinger Bauern.

Frauen und Mädchen des Ortes hatten im Winter 45/46 aus alten Wehrmachts- und Parteibeständen brauchbare Bekleidung und Wäsche genäht, die mit Spenden ergänzt in einer wohlgefüllten Kleiderkammer für die Flüchtlinge bereit lagen.

In einem Schulraum wurde eine Gemeischaftsküche eingerichtet, ergänzt mit einem Speiseraum, der zugleich Wärmestube war. Solange sie keinen eigenen Herd hatten, wurden hier von April 1946 bis Mai 1947 alle Flüchtlinge verpflegt. Zeitweilig waren das über 300 Menschen.

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