• 10.134 Briefe von den Fronten des Krieges
• Anklage durch die Gestapo

Vorbildliche Soldatenbetreuung


„Als 1939 der unglückliche Krieg ausbrach, erwuchs mir für die vielen Familien eine echte Vateraufgabe. Ich teilte ehrlich Freud und Leid mit den Familien, denen der Vater abging, oder mit den alten Eltern, denen die Stütze des Sohnes fehlte; wie aber auch den Soldaten, die fern der Heimat den Waffenrock trugen. Die Hettinger Soldaten nahmen den Fahneneid sehr erst, glaubten sie doch zum größten Teil, durch die teuflische und raffinierte Nazipropaganda geblendet, als Soldat einen heiligen Dienst für Volk und Vaterland zu erfüllen.” - Soweit Pfarrer Magnani im Heimatbuch Baulandort Hettingen, 1974 erschienen, Kapitel „ Hettingen im Krieg 1939 – 1945.

Alle Hettinger Soldaten die einrückten, empfingen von Pfarrer Magnani die Sakramente wie Beichte und Eucharistie. Bei der Verabschiedung im Pfarrhaus wurden neben einem Foto die Personalien und der Einsatzort aufgenommen. Jeder erhielt das Soldatengebetbuch und Feldpostpapier. Durch das Versprechen, dass Pfarrer Magnani und sein Mitarbeiterstab sich um die zurückgebliebene Familie kümmern werden und ihnen allwöchentlich Nachrichten aus der Heimat zukommen lassen, fiel der Abschied etwas leichter.

Das Kirchenblatt, das die neuesten Nachrichten von der Heimat und der an den verschiedensten Fronten eingesetzten Soldaten wiedergab, wurde am 20. Januar 1942 durch das Karlsruher Reichspropagandaamt verboten worden. Jetzt ließ Pfarrer Magnani das „Pfarrblatt“ (Auflage 700 Exemplare) an die Hettinger Familien verteilen, die dieses wiederum an die Soldaten und die auswärts wohnenden Angehörigen verschickten. Durch diese „Pfarrblätter” war die ganze Gemeinde eng mieinander verbunden: als Soldat an der Front, in der Heimat oder auswärts wohnend. Die Gemeinde wurde eine große Familie.

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