Priesterweihe und Kaplansjahre


Am 19.03.1926 hatte Heinrich Magnani sein Ziel erreicht. An
diesem Tage weihte ihn der hochwürdigste Erzbischof von Frei-
burg, Dr. Carl Fritz, zum Priester. Es folgte eine mehrwöchige
Aushilfe bei einem erkrankten Priester in Nussloch, ehe er als
Vikar nach Forst bei Bruchsal geschickt wurde. Weitere Station
seiner Kaplansjahre war Waldshut am Hochrhein. Hier, wie auch
in seiner späteren Wirkungsstätte St. Josef Mannheim–Linden-
hof und Untere Pfarrei Hl. Geist, war Heinrich Magnani in sei-
nem Element: Führung und Heranziehung der Jugend.

Pfarrer Heinrich Magnani mit Primitzbraut

Nicht nur die Festigung des katholischen Glaubens, auch die Bildung von Gemeinschaften, die sich gegenseitig und besonders den Schwächeren helfen, stand für ihn im Vordergrund der Jugendarbeit.

In den großen Zeltlager, die er am österreichischen Haldensee oder in Birgsgau bei Oberstdorf in den Sommerferien mit den Buben aus Waldshut und den Mannheimer Pfarreien veranstaltete, ging es ihm in erster Linie ihm um das Wohl des Menschen. Hier in der frischen Luft der herrlichen Bergwelt, konnten sich die Stadtkinder bei Sport und Spiel richtig erholen.

Durch seine weitreichenden Beziehungen ermöglichte Magnani vielen Kindern, deren Eltern finanziell nicht so gut gestellt waren, dass auch sie an diesen Zeltlagern teilnehmen konnten. Aber auch die Seele erfuhr hierbei eine Auffrischung; denn jeden Tag war Lagergottesdienst.

Überhaupt war das große Kreuz, das in jedem Zeltlager als erstes errichtet wurde, der Mittelpunkt des Lagerlebens.

Legendäre Zeltlager der Waldshuter und Mannheimer Jugend mit dem „Bergsteiger” Magnani in den 30er Jahren

Magnani, der die heraufziehende Gefahr des Nationalsozialismus wie kein anderer durchschaut hatte, wollte mit seiner vermehrten Jugendarbeit die Jugend von diesem System fernhalten. Deswegen führte er Gruppenstunden und sonstige Begegnungen ein, meist zeitgleich mit den Terminen der Hitlerjugend.

Auch in der Schule im Religionsunterricht machte Magnani kein Hehl daraus, dass die Verwirklichung dieser Nationalistische Idee, wohl oder übel zum Untergang des deutschen Volkes führen wird. Seine Predigten, Äußerungen und Tätigkeiten waren der NSDAP und der Gestapo schon lange ein Dorn im Auge. Es blieb nicht aus, dass man Heinrich Magnani in Schutzhaft nehmen wollte.

Durch Mittelsmänner erfuhr die Kirchenleitung in Freiburg, dass für Kaplan Magnani das Pflaster in Mannheim zu heiß wird. Um einer Verhaftung zuvor zu kommen und den kämpferischen Kaplan Magnani aus der Schusslinie zu nehmen, hielt es Erzbischof Dr. Conrad Gröber für besser, ihn in ein Gebiet zu senden, wo er etwas sicherer gegen das Zugreifen der Gestapo sei. Doch da hatte sich die Kirchenleitung sehr getäuscht, wie sich später herausstellte.

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