Unruhestand im Haus Vinzenz

...für viele die wahre Himmelstüre.

Im Haus Vinzenz, des Jugenddorfes Klinge, das Pfarrer Magnani seit seiner Zuruhesetzung ab 1969 bewohnte, standen für alle Menschen, die Rat suchten, die Türen bei Tag und Nacht offen. Vielen ehemaligen jungen Bewohnern war diese Haustüre von St. Vinzenz die wahre Himmelstüre.
Hier erfuhren sie Hilfe in all ihren Sorgen Nöten und Anliegen. Pfarrer Heinrich Magnani wusste Rat für jeden, der zu ihm kam und half, wo es nur ging.

Seine weitreichenden Beziehungen zu Behörden, Firmen und Geschäften im näheren Umkreis wie auch in den Ballungsgebieten nutzte er, um jungen Menschen eine Lebensperspektive zu geben, indem er sich für sie beispielsweise um eine Arbeitsstelle bemühte, was meist von Erfolg gekrönt war.

Ganz besonders stand er als Betreuer der „Ehemaligen“ all jenen jungen Menschen bei, die mit dem Gesetzt in Konflikt gekommen waren. In fast allen Jugendstrafanstalten der Bundesrepublik Deutschland hatte Pfarrer Magnani einen „Ehemaligen“ der Klinge betreut. In manchem Fällen schaffte er es sogar auf seine eigene Verantwortung, rechtmäßig verurteilte Jugendliche dort herauszuholen und sie bei einem Unternehmen unterzubringen.
Dazu führte er eine immens umfangreiche Korrespondenz mit den verschiedensten Institutionen und staatlichen Stellen und war Garant für die Jugendlichen, die auf die schiefe Bahn gekommen waren.

All dies konnte er aber nur leisten, weil er seine Schützlinge kannte. Er kannte die Stärken und Schwächen jedes Einzelnen seiner Schutzbefohlenen. Unermüdlich für die Schwachen der Gesellschaft kämpfend, rieb er seine robuste Natur auf. Er wanun gezwungen, kürzer zu treten.