Anklage durch die Gestapo

Trotz des offiziellen Verbots, das Pfarrblatt an die Frontsoldaten weiter zu geben, ging die Verbreitung des Nachrichtenblattes in Form der „Hettinger Chronik“ weiter, wenn auch auf Umwegen. Dies rief natürlich die Gestapo auf den Plan.

Am 22. Dezember 1943 verhörte sie Pfarrer Magnani vier Stunden lang, wobei sie ihn in 13 Punkten des Vergehens anklagte; so gegen das Theatergesetz, Verrat militärischer Geheimnisse, Beleidigung der Wehrmacht, Beschuldigung der Partei usw.

Am 27. Januar 1944 ging es wie ein Lauffeuer durch den Ort:
erneutes Verhör durch die Gestapo. Der Pfarrer wurde aus dem Religionsunterricht in der Schule zu einem fünfstündigen Verhör ins Rathaus zitiert.

Die Schüler, die notgedrungen nach Hause gehen konnten, erzählten diesen Vorfall und in Windeseile kursierte die Nachricht: „Jetzt wollen sie unseren Pfarrer holen“.

Spontan versammelte sich die Bevölkerung in der Kirche und am Kirchenbuckel und tat ihren Unmut gegenüber der Gestapo kund. Sie stellte sich in großer Einmütigkeit vor ihren Pfarrer und verhinderte durch ihren Zusammenhalt eine Verhaftung, die man wegen „zu großem Aufruhr im Ort“ auch dann unterließ.