Studien- und Militärzeit

1. Weltkrieg 1914/18
„...noch keine 17 Jahre, noch nicht trocken hinter den Ohren...”
war Heinrich Magnani dem Feldartillerieregiment 76 zugeteilt.

Um die Reifeprüfung ablegen zu können, wechselte er an das humanistische Gymnasium nach Freiburg. Doch Mitte des I. Weltkrieges hielt es den knapp 17 jährigen nicht mehr in der Schule. Er meldete sich wie viele seiner Altergenossen als Freiwilliger.

Nach einer kurzen Ausbildung im Funkwesen, erfolgte sein Einsatz in Frankreich. Dort wurde der „Grünschnabel“, wie ihn sein Vorgesetzter nannte, zu den verschiedensten Einsätzen abkommandiert. Als Kurier musste er die Post zu den stark unter Beschuss stehenden vordersten Fronten bringen und abholen.

Bei solch einem Einsatz, wo er dem Tode sehr nahe war, fasste er den Entschluss, Priester zu werden. Vielen verwundeten Kameraden stand er bei, half wo es ging und bereitete auch einige auf einen guten Tod vor.

Nach dem Krieg legte Heinrich Magnani sein Abitur ab und trat dann ins Erzbischöfliche Priesterseminar in Freiburg ein.

Während seines Studiums in den Jahren 1920 bis1925 verdiente sich Heinrich Magnani während der Semesterferien eigenes Geld, um so die Haushaltskasse seiner Eltern etwas zu entlasten. Dabei wollte er aber auch die harte Lebensschule kennen lernen und Erfahrungen für sein späteres Priesterleben sammeln.

So verdingte sich Heinrich Magnani zweimal als Knecht in einer Landwirtschaft im Renchtal im Schwarzwald. Einmal ging er in die Heimat seines Vaters nach Italien, um in einer Ziegelei zu arbeiten.
Dreimal schuftete er in einem Bergwerk im Ruhrgebiet. Bei der Firma Stahlwerk Hösch, Abteilung Zeche „Fürst Leopold“ arbeitete er unter Tage als Bergmann. Dort ist er auch verunglückt und lag mit doppeltem Armbruch, geöffneter Hüfte und gequetschtem Schlüsselbein, im St. Elisabeth-Krankenhaus in Dorsten.