Sterben und Tod des außergewöhnlichen Dorf-Pfarrer Heinrich Magnani

Kurz vor seinem Tode, gab Pfarrer Magnani dem Hettinger Ortsvorsteher Alfred Kern, der ihn im Krankenhaus Buchen besuchte, einen Auftrag. „Grüße mir alle Hettinger und überbringe meinen priesterlichen Segen. Ich bitte alle um Verzeihung, wo ich gefehlt habe”. Dann wünschte er sich, dass er nach seinem Tode noch einmal nach Hettingen kommen dürfe, in seine geliebte Pfarrei, wenn auch als verstorbener Priester.

Am 2. Juli 1979, dem Fest Maria Heimsuchung, verstarb Geistlicher Rat Pfarrer Heinrich Magnani im Kreiskrankenhaus in Buchen. Anderntags fand in der überfüllten Hettinger Pfarrkirche eine Totenmesse statt, die der Ortspfarrer Rudolf Hauck unter Assistenz mehrerer Priester zelebrierte und bei der Kirchenchor, Gesangverein und die Musikkapelle mitwirkten. Im offenen Sarg war Pfarrer Magnani vor dem Zelebrationsaltar aufgebahrt, flankiert von der Freiwilligen Feuerwehr Hettingen, die auch die Totenwache die Nacht über hielt, ehe er dann ins Kinder- und Jugenddorf Klinge überführt
wurde.

Unter sehr großer Anteilnahme der Bevölkerung fand in der Pfarrkirche St. Bernhard Klinge das Totenoffizium statt, wobei der Hettinger Kirchenchor die Messe sang, die Pfarrer Magnani zu seiner Primiz 1926 geschrieben hatte. Abt Laurentius Hoheisel OSB von der Abtei Grüssau /Wimpfen zelebrierte mit weit über 100 anwesenden Priestern das Seelenamt. Die Totenpredigt hielt der aus Rinschheim stammende Freiburger Domkapitular Dr. Otto Bechtold, der im Auftrage von Erzbischofs Dr. Oskar Saier in sehr persönlichen Worten (Pfarrer Magnani gab ihm Lateinunterricht) für den Priester und Seelsorger Heinrich Magnani sprach.

Dr. Bechtold erinnerte, dass es Pfarrer Magnani neben seinen großen Werken und Taten ein Herzensanliegen war, junge Menschen zu ermutigen, sich auf das Priestertum vorzubereiten. Über 40 Jungmänner wurden durch seine Initiative Priester. So habe Pfarrer Magnani nicht nur mit vollem Einsatz materielle Not gelindert, sondern auch versucht, die geistige Not, den Priestermangel zu mindern. Dafür sei ihm ein aufrichtiges und ehrliches „Vergelt’s Gott“ zugerufen.

Magnanis sterbliche Hülle wurde im Familiengrab auf dem Klinge-Friedhof beigesetzt. Dort harrt Pfarrer Heinrich Magnani neben seinem Vater Heinrich, seiner Mutter Maria, seiner Schwester Henriette und seinem Bruder Walter der Auferstehung entgegen.

Mit dem Tod von Pfarrer Geistlichen Rat Heinrich Magnani ging ein sehr bewegtes Priesterleben zu Ende, das geprägt war, vom Kampf für die Schwächeren im Geiste christlicher Nächstenliebe.

R I P

Totenmesse in der Hettinger Pfarrkirche Beerdigung, Klinge-Friedhof Magnani-Familiengrab im Schatten des Friedhofkreuzes